Die kleinen Delphine auf Reisen

Wir, dass sind 11 Schwimmer und 3 ÜL der TG 1. Klasse, sind am Freitag mit zwei Autos im Abstand von 20min in Linstow angekommen. Dort liegt ein Ferienressort der Van der Valk Gruppe. Dieses verfügt über eine recht edle Hotelanlage mit allen erdenklichen Annehmlichkeiten und über einen großen Ferienpark mit ca. 250 Ferienhäusern verschiedener Größen.

Wir hatten zwei nebeneinanderliegende Häuser gebucht. Diese waren recht großzügig dimensioniert. Im Untergeschoß gab es einen weiträumigen Wohn- Küchen und Essbereich, sowie ein Schlafzimmer. Oben waren dann nochmal zwei Schlafzimmer und eine Schlafnische. Der Voraustrupp hatte, nachdem er uns angemeldet hatte, schon alles bezugsseitig vorbereitet. So brauchte der Hauptteil der Reisegruppe nur noch den Bus vor den Ferienhäusern abzustellen und die Taschen in die Häuser bringen.
Um die knappe Zeitressource nicht noch mehr zu strapazieren, hatten wir uns entschlossen, die Schränke nicht einzuräumen, sondern aus den Taschen zu leben. Das letzte Tageslicht nutzend, sind wir dann gleich nochmal los, um den Park zu erforschen. Die größte Entdeckung war dann ein gut ausgestatteter Spielplatz, der dann noch ausgiebig getestet wurde.
Zurück in den Häusern wurde dann im Damenstift das Abendmahl zubereitet, während im Herrenhaus, über die Geschlechtergrenzen hinaus, dem Spiel und der gepflegten Konversation gefrönt wurde.
Nachdem ein vielschichtiges Angebot diverser Pizzen seine Abnehmer gefunden hatte, gab es noch eine Lesung aus dem Buch von „Dachs und Stinktier“, dem aber einige aus der Zuhörerschaft, wegen vorzeitiger Abreise ins Traumland, nicht mehr so ganz folgen konnten.

Die Suche nach den Nachtgewändern minimierte dann die begehbare Fläche der Obergeschosse um zwei Drittel. Nach einigen kurzen Gesprächsversuchen übernahmen dann Morpheus und Hypnos relativ schnell das Zepter.
Die erste Nacht endete im Damenstift und im Herrenhaus inoffiziell gegen 06:00 bzw. 06:30 und offiziell um 07:30, als Aimée mit einem Morgenliedchen durch die Häuser zog. Nach einem guten Frühstück, einschließlich der genialen Erfindungen der kreisenden Obst- und Gemüseteller (der entsprechende Teller wird so lange am Tisch weitergereicht, bis er leer ist), war es dann an der Zeit, eine Partie Golf zu spielen. Der Größe und dem Alter der Kinder entsprechend war es dann natürlich Minigolf.
Über 10 Bahnen ging es in drei Gruppen über den Parcours. Danach gab es dann noch 5min Höhenflüge auf der benachbarten Trampolinanlage. Wie der Zufall es so will, kamen wir auf dem Weg zurück zu den Häusern, noch einmal am Spielplatz vorbei, wo dann die diversen Gerätetests weitergingen.

Zurück in den Häusern wurde dann mit einen leichten Snack (Pizza vom Vortag) aufgewartet. Nach der Mittagspause, ging es, weiträumig am Spielplatz vorbei, Richtung Schwimmbad. Eine kleine, feine Anlage mit maximal 1,50m tiefen Wasser, zwei Rutschen und einigen Planschbecken. Die Wildwasserrutsche und die Außenbecken waren leider wegen Unwettergefahr gesperrt. Aber die Kinder hatten auch so ihren Spaß. Zum Abschluss gab es dann nach mehreren Runden Massenrutschen, noch Kinderweitwurf und Kopfsprungtraining von den Schultern der Übungsleitern.

Der Weg zurück glich dann, bedingt durch die Wärme und Luftfeuchtigkeit im Bad, eher einer Seniorenwanderung.
Der dann im Zweiherdeprinzip gefertigte, extrem gesunde Reistopf, war zugegeben optisch ein  Desaster, wofür aber weder Köche noch Reistopf etwas konnten. Trotz hervorragenden Geschmacks verhinderte das Credo „Das Auge isst mit“, dass aus dem Gericht eine Erfolgsstory wurde.
Noch ungünstiger standen die Zeichen für den nachfolgenden Kinoabend. Die mitgebrachte Blu Ray „Raya und der letzte Drache“ ließ sich nicht im externen DVD Laufwerk abspielen. Kurzfristig konnteaber ein Ersatzfilm aus Amazonien eingeflogen werden. Nur leider ließen sich dann der Laptop mit keinem der vorhandenen 6 Fernsehgeräte verbinden. So wurde aus Kino Minikino, und wir haben den Film dann auf dem 13“ Bildschirm des Laptops geschaut. Nach dem ersten Viertel des Films wurden 
dann noch Popcorn und Chips gereicht und wir wissen jetzt, wie sich ein Kinoabend bei Nagetieren anhört.
An Ende dieses Tages hatten die Götter des Schlafes ein leichtes Spiel.
Der Sonntagmorgen verlief dann quasi „in the same procedure as last morning” nur eine Viertelstunde zeitversetzt nach hinten. Nach einem gepflegten Frühstück, ging es dann ans Taschen packen, Reistasche und Badetasche. Wieder weiträumig den Spielplatz meidend, ging es auf nun altbekannten Wegen Richtung Schwimmbad. Intensiv wurde noch einmal an der Verfeinerung der Rutsch- ,Schwimm- und Wurftechniken gearbeitet.
Zur Mittagszeit hieß es dann sich von dem schönen Spaßbad verabschieden um sich zur Einnahme einer hervorragenden Bolognese in das Speisezimmer des Damenstifts zu begeben.Danach ging es so langsam an die Abreisevorbereitungen, Taschen endgültig packen, aufräumen, abwaschen, putzen und den Geschirrbestand der beiden Häuser wieder ausgleichen.
Um 15:00 gab es ein einstündiges Battle auf zwei Bowlingbahnen und das größte Lob für unsere Mannschaft, indem die dort arbeitende Dame uns sagte, sie hätte noch nie so eine freundliche, konzentrierte und aufmerksame Kindergruppe gesehen.

Nach dem vollkommen unproblematischen Auschecken an der Rezeption und dem obligatorischen Abschlussfoto ging es dann schnurstracks Richtung Heimat- in die Arme der sehnsüchtig wartenden Familien.
(Text and Pics by Jörg Niemeier, literarische, poetische oder lyrische Anfragen bitte direkt zu ihm)